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Die Sache mit den Bakterien

Sicher wissen Sie, dass wir umgeben sind von Bakterien und Keimen. Genaugenommen können wir uns einer Berührung mit diesen Wesen nicht entziehen.

Dass diese Begegnungen meist glimpflich verlaufen, dafür sorgt unser körpereigenes Immunsystem. Es macht, dass wir mit der Masse an Keimen spielend klar kommen. Meistens jedenfalls. Wenn wir bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, bestimmte Nahrungsmitel nicht roh essen, offene Wunden sofort behandeln, und so weiter, beherzigen.

Und dennoch kommt es vor, dass Bakterien in unserem Körper Überhand nehmen. Die natürliche Reaktion unseres Immunsystems auf eine solche Bakterieninvasion ist eine Entzündung.

Die sorgt durch Temperaturerhöhung und zusätzliche Ausschüttung von körpereigenen Abwehrstoffen, den sogenannten Freßzellen, bestehend aus Makrophagen, Monozyten und Granulozyten für eine Abwehrreaktion. Und meist helfen diese körpereigenen Maßnahmen, das Übermaß an Bakterien zu reduzieren. Und wenn nicht, helfen Antibiotika.

Doch was tun, wenn diese Abwehrreaktion an Stellen stattfindet, die fast unzugänglich sind? Wo auch Antibiotika ihre Wirkung nicht entfalten können? Zum Beispiel an einer Zahnwurzel?

Wieso kommen Bakterien an die Zahnwurzel?

In der Regel dringen Bakterien in die Zahnsubstanz ein und es entsteht ein Loch – die Karies. Da Karies Schmerzen verursacht, zum Beispiel wenn Sie Süßes essen oder den Zahn durch den Kaudruck zu sehr belasten, gehen Sie zum Zahnarzt. Der entfernt die kariöse Stelle und legt eine Füllung. Und der Schmerz ist weg.

So weit, so gut. Ist die Füllung ordnungsgemäß gemacht und, vor allem, aus einem lange haltbaren Material, haben Sie im Normalfall mit diesem Zahn keine Probleme mehr. Doch was ist, wenn der Normalfall nicht eintritt?

Wenn an der Füllung, weil sie aus einem weniger stabilen, weil kostengünstigen Material angefertigt wurde, das nach einiger Zeit an den Füllungsrändern winzig kleine Risse bekommt. Weil das Material dem Kaudruck nicht standgehalten hat. Diese Minirisse sind nicht zu erkennen. Aber sie sind zu finden. Von Bakterien. Und diese haben nun ein relativ leichtes Spiel an die Zahnwurzel zu kommen.

Langsam, stetig, unbemerkt und tückisch.

Denn es kann Jahre dauern, bis die körpereigene Immunabwehr aufgibt und die Entzündung sich durch den Zahnnerv bis an die Wurzel gefressen hat.

Dort gelangt sie durch die Blutgefäße an den Kieferknochen und spätestens jetzt haben Sie große Schmerzen. Und die dicke Wange. Und nun helfen auch keine Antibiotika, sondern nur noch eine konsequente Wurzelbehandlung.

Schmerzfreiheit durch eine mit dem Operationsmikroskop durchgeführte Endodontie

Um die tiefen Verästelungen der Zahnwurzeln sehen zu können, reicht das bloße Auge nicht aus. Auch eine Lupenbrille mit ihrer 4-fachen Vergrößerung schafft hier kaum bessere Behandlungsvoraussetzungen.

Erst durch die bis zu 30-fache Vergrößerung eines Operationsmikroskops kann der Zahnarzt alle Wurzelkanäle deutlich erkennen und aufbereiten.

Aufbereiten bedeutet, die Kanäle so tief wie möglich von Bakterienresten und abgestorbenen Gewebe zu reinigen. Und dabei auf keinen Fall die empfindliche Knochenhaut zu verletzen, die die Zahnwurzel vom Kieferknochen trennt.

Nur durch diese vorsichtige mechanische Wurzelkanalreinigung und Desinfektion kann sichergestellt werden, dass alle Entzündungserreger restlos entfernt werden.

Diese Methode garantiert dann auch einen nahezu 100-prozentigen Erhalt des erkrankten Zahns.